Ich bin gebürtige Stuttgarterin. Nach dem Abitur 1990 begann ich nach einem Praktikum zunächst Linguistik, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften an der Uni Stuttgart zu studieren. Zu dieser Zeit wurde der Studiengang Computerlinguistik (CL) an der Uni neu eingerichtet. So beschloss ich, umzusatteln, die Verbindung von Linguistik mit Informatik reizte mich.
Nun kam aber der Wunsch dazu, mal aus Stuttgart rauszukommen und in einer anderen Stadt zu leben. Ein Uni- und Wohnsitzwechsel sollte mich dann auch zu "meinem" Fach bringen: Zur Phonetik und Phonologie.
So fiel meine Wahl auf Saarbrücken, denn an der Universität des Saarlandes gab es sowohl CL als auch Phonetik und eine große Auswahl an Nebenfächern. Die CL dort hatte zudem, wie auch die in Stuttgart, einen sehr guten Ruf.

Hier fühlte ich mich am Institut für Phonetik sehr schnell wohl. Ein kleines Institut mit optimalem Lehrer/Studenten-Verhältnis und einem tollen Professor: Bill Barry. Der persönliche Kontakt zu den Lehrenden führte dazu, daß die Materie und das Lernen richtig Spaß machten. Mal über den Tellerrand zu schauen schadet aber trotzdem nicht. Deshalb ging ich nach der Zwischenprüfung im Rahmen des Sokrates-Austauschprogramms an die Universität Aalborg/Dänemark. Dort untersuchte ich in einer Projektarbeit, wie man die Erkennung von Plosiven durch das Einbeziehen der Vokaltransitionen verbessern kann.
Schließlich ging ich nochmal im Jahr 2000 für 3 Monate nach Aalborg, um ein Praktikum am Center for PersonKommunikation zu machen. Die Aufgabe bestand darin, ein Interface zu der dänischen TTS-Engine in Visual Basic zu schreiben und zu dokumentieren. Während meiner Aufenthalte habe ich dann auch gleich Dänisch gelernt, eine auch phonetisch ganz interessante Sprache.

Im Februar 2001 schloß ich mein Studium erfolgreich ab, das Thema der Magisterarbeit lautete "Koartikulation in der automatischen Spracherkennung".

Mein erster Arbeitsplatz war im Logoxprojekt bei G-Data in Bochum; schon während des Studiums hatte ich an diesem Sprachsyntheseprojekt mitgearbeitet. Leider wurde das Projekt aber nach einem Jahr eingestellt. Meine nächste Station war Philips Speech Processing in Aachen. Hier arbeitete ich an Transkriptionsdatenbanken in verschiedenen europäischen Sprachen. Die Perl-Kenntnisse, die ich mir in Bochum schon angeeignet hatte, kamen mir hier sehr gelegen. Allerdings war auch dieser Aufenthalt nur von kurzer Dauer, da Teile der Firma an die damalige Scansoft, heute Nuance, verkauft wurden und im Zuge dessen ein Drittel der Mitarbeiter entlassen wurde. So kam ich wiederum zu einer Firma, ich bereits von meiner Studienzeit her kannte; Etex Sprachsynthese AG in Frankfurt. Dort blieb ich dann 3 Jahre. Aus wirtschaftlichen Gründen habe ich diese Firma jedoch schließlich Anfang 2006 verlassen.

Ich entschied mich daraufhin für die Selbständigkeit, eine Option, mit der ich schon seit Längerem geliebäugelt hatte. Nach einigen Jahren Berufserfahrung in drei verschiedenen Firmen war ich nun bereit, diesen Sprung tatsächlich zu wagen. Von April 2006 bis Oktober 2012 war ich als Freiberuflerin in Stuttgart tätig.
Nach 6,5 Jahren kam jedoch die Zeit für neue Herausforderungen, die Sprachtechnolgiebranche hatte aufgrund der Konsolidierung in den letzten Jahren ihren Reiz verloren. So wandte ich mich neuen Themen zu, unter anderem wollte ich meine Kenntnisse in der Softwareentwicklung erweitern und anwenden, ohne jedoch die Phonetik und Linguistik ganz zu verlassen.
So wurde ich fündig - und arbeitete ab November 2012 in München bei der Clueda AG.
In der Zwischenzeit ist diese Firma aber auch schon wieder Geschichte geworden. Seit Anfang 2015 habe ich daher einen neuen Arbeitgeber: Die Baader Bank AG in Unterschleißheim, wo ich als Data Scientist tätig bin.